Kaiser Seminare in Frankfurt am Main – Review

Kaiser Seminare finden seit dem 04.02.2012 nun auch in Frankfurt am Main statt. Damit sind die Kaiser Seminare Lübeck und Dortmund nun auch in Frankfurt möglich.

Der Kursraum in Frankfurt liegt zentral, ist aber nur auf ca. 60 Teilnehmer ausgelegt. Mit anderen Worten, es kann bei 80 Leuten – so viele waren es diesmal – ein wenig eng werden. Wer einen Raum kennt, der riesengroß und spottbillig ist, der soll sich bei Kaiser melden …

Zur Premiere ging es mit der Zwangsvollstreckung und Jan Kaiser los. Der Dozent kommt dynamisch, rotzfrech und direkt rüber und hat ein unbestreitbares Talent für Kabarett. Man fragt sich unbewusst, wie es wohl bei den Kaisers zuhause zugegangen ist. Jan Kaiser versteht es jedenfalls perfekt, den Kurs durch Gags und Anekdoten aufzulockern und die Leute auch gegen Ende des jeweiligen Tages, wenn bereits alle in den Seilen hängen, noch einigermaßen bei Laune zu halten. Über eines muss man sich klar sein: So ein Crashkurs ist letztlich eine Konditionsfrage.

Didaktisch basiert das Seminar auf einer Powerpoint-Präsentation. Bei der Darstellung bedient sich der Dozent einer bunten Bildersprache und – als kleine Anleihe bei NLP – einer Körpersprache, die durch typische Bewegungen, bestimmte Konstellationen abbildet. Das klingt vielleicht etwas komisch, aber wer noch den alten Robert Lembke kennt (“machen sie mal eine typische Handbewegung”), der weiß, wovon ich rede. Die Form der Stoffvermittlung lässt jedenfalls, zumindest nach meinem Gefühl, wenig zu wünschen übrig.

Negativ bzw. indifferent anzumerken wäre vielleicht, dass er ab und zu, mehr oder weniger offen, Werbung für die anderen Seminare macht, unter anderem auch für das ZPO Seminar bei Tekin Polat, den ich bereits aus Dortmund kenne und zwar sehr sympathisch, inhaltlich jedoch nicht ganz so prickelnd fand. Es wird auch mehrmals darauf hingewiesen, dass nun im Kurs etwas komme, was nicht im Skript zu finden sei und insoweit gezielt ein Anreiz zum Besuch der Präsenzkurse
geschaffen werde. Damit soll wohl das bekannte Gerücht bekämpft werden, man bekäme bei Kaiser hauptsächlich das Skript vorgetragen. Auf der einen Seite ist es sicherlich schön, streng geheime Sonderinfos zu erhalten, auf der anderen Seite wird natürlich das nagende Gefühl erzeugt, etwas zu verpassen, wenn man nicht gleich alle Seminare bucht.

Inhaltlich wird der Schwerpunkt des Kurses durch die statistische Häufigkeit der Rechtsbehelfe im zweiten Examen bestimmt.

Das heißt, die Vollstreckungsgegenklage kam über die letzten 15 Jahre extrem häufig dran, folglich steht sie auch im Vordergrund des Kurses und bildet den Stoff für den Samstag. Das Highlight ist dabei die notarielle Unterwerfungserklärung, welche im zweiten juristischen Staatsexamen ebenfalls öfter vorkommt und die einem am Ende der Veranstaltung wie ein guter alter Bekannter – der UWE – vorkommt.

Am Sonntag folgen dann im Kaiserseminar:

  • die Drittwiderspruchsklage,
  • die Einziehungsklage und
  • der “Klausurtyp 3″.

Unter Klausurtyp 3 verstehen die Kaisers Schadensersatzansprüche nach beendeter Zwangsvollstreckung.

Um den Kurs zu entschlacken, wird jeweils bezüglich der technischen Fragen wie Rubrum und Tenor auf das Skript verwiesen.

Vergleiche zu anderen Repetitorien:

Wenn man Vergleiche zu anderen Repetitorien ziehen möchte, dann zeigt das Konzept am ehesten Übereinstimmungen zur Alpmann-Schmidt Methode: Man macht zunächst das Grundgerüst und klappert dann die statistisch häufigsten Examensprobleme ab. Dazu gibt es bei Kaiser auch die typischen Hinweise, was aktuell aus Expertensicht und aus einer Analyse von aktuellen Entscheidungen, die “heißesten Themen” für die Klausuren sein könnten. Gerüchten zufolge, soll die Trefferquote bei Klausuren und Aktenvorträgen insbesondere mit Blick auf die aktuelle höchstrichterlichen Entscheidungen ziemlich hoch sein ;) .

Fazit:

Das Kaiserseminar für die Zwangsvollstreckungsklausur im zweiten Staatsexamen ist kurzweilig, lustig, anstrengend und man wird in Grenzbereichen sicherlich auch ein wenig überfordert, aber es bringt was. Nicht zuletzt bekommt man einen realistischen Eindruck davon, was aktuell im zweiten Examen von den Prüfungsämtern erwartet wird. Man sollte nicht erwarten, dass man nach dem Kurs das Zwangsvollstreckungsrecht für das zweite Staatsexamen in allen Facetten beherrscht. Man wird jedoch definitiv wissen, wo die Schwerpunkte für das Examen und für die eigene Nacharbeit zu setzen sind.

Insgesamt wünschen wir Euch viel Erfolg für die Examensvorbereitung und Bedanken uns bei Markus für diesen Bericht,

Euer Team.

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One Response to Kaiser Seminare in Frankfurt am Main – Review

  1. Matthias says:

    Hey,

    Danke für diesen Hinweis. Falls jemand die aktuellen Seminare von Kaiser zum zweiten Examen besucht. Ich bin nächstes Jahr dran und freue mich über so gute Berichte!

    Danke,

    Matze

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