Hinweise zur Examensvorbereitung in Hamburg – Leitfaden

Unter folgendem Link:

Schwarzer Leitfaden Hamburg

finden sich Tipps und Hinweise des Referendarrats in Hamburg zur zweiten Examensvorbereitung. Die Arbeit und Vorbereitung für das zweite Staatsexamen müsst Ihr leider selbst machen. Aber hilfreich finde ich ihn trotzdem.

Der Leitfaden ist so strukturiert:

1. Die Examensvorbereitung
2. Die Grundlagen des Prüfungsverfahrens
3. Ablauf des Prüfungsverfahrens
4. Der Weg zur Prüfung
5. Klausuren
6. Zulassung zur mündlichen Prüfung
7. Die mündliche Prüfung
8. Bewertung der einzelnen Leistungen
9. Unterbrechung der Prüfung
10. Ende des Dienstverhältnisses
11. Im Falle eines Falles

Auf insgesamt 9 Seiten wird kurz dazu was gesagt, was man in Hamburg im Speziellen für die Examensvorbereitung wissen sollte. Wo man zum Beispiel die Protokolle für die mündlichen Prüfungen bekommen kann.

Interessant bei den Klausuren ist in Hamburg die Aufteilung in A – Klausuren und B – Klausuren. Die A Klausuren dienen zur Vermittlung und Übung von Grundlagen im Klausurenschreiben.

Die B Klausuren sollen den Fortgeschrittenen tiefere Problematiken des zweiten Examens nahe bringen.

Wichtig ist, dass man die B-Klausuren nur schreiben kann, wenn man zuvor die A-Klausuren absolviert hat.

Ich zitiere mal die Empfehlung des schwarzen Fadens:

“Hervorzuheben ist auch der vom B-Klausurenkurs unabhängige Klausurenkurs für
Anwaltsklausuren. Dieser findet fortlaufend je einmal im Monat statt. Zwar werden auch im
B-Klausurenkurs Anwaltsklausuren gestellt, jedoch aufgrund der Tatsache, dass die Hälfte
aller Klausuren im Examen Anwaltsklausuren sein können, ist dieses Zusatzangebot
dringend zu empfehlen. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit sich in speziellen
Vortragskursen auf den Aktenvortrag vorzubereiten. Zweckmäßig dürfte es jedoch sein,
diese Kurse erst nach den Klausuren zu besuchen und sich davor lieber auf die schriftliche
Prüfung zu konzentrieren. Die Termine aller Kurse können am Aushang vor der
Personalstelle erfahren werden.” (S. 3)

Für den Klausurenplaner, welchen ich schon vorgestellt habe ist folgendes Wissen unabdingbar:

“Das schriftliche Examen besteht aus folgenden Klausuren:
1. Drei Klausuren aus dem Zivilrecht mit Schwerpunkt im Bürgerlichen Recht (Entwurf
eines Urteils oder anwaltlicher Schriftsatz bzw. eines sonstigen anwaltlichen oder
notariellen Schreibens regelmäßig in Verbindung mit einem Gutachten).
2. Eine Zivilrechtsklausur mit Schwerpunkt im Handels- und Gesellschaftsrecht oder im
Zivilprozessrecht (wiederum Entwurf eines Urteils oder anwaltlicher Schriftsatz bzw.
eines sonstigen anwaltlichen oder notariellen Schreibens regelmäßig in Verbindung
mit einem Gutachten).
3. Zwei Strafrechtsklausuren (Anklageklausur aus Staatsanwaltsicht oder
Revisionsklausur aus Staatsanwalts- oder Anwaltssicht).
4. Zwei Klausuren aus dem Öffentlichem Recht (Verwaltungsgerichtliches Urteil oder
Beschluss, Ausgangs- oder Widerspruchsbescheid oder auch anwaltlicher
Schriftsatz/sonstiges anwaltliches Schreiben regelmäßig in Verbindung mit einem
Gutachten).” (S. 5)

Ich empfehle jede dieser Klausurtypen mehrfach geschrieben zu haben.

Die Adressen für die Protokolle werden auch angegeben:

Juristische Lehrgänge Meier
Jungfernstieg 10, 24768 Rendsburg, Tel. 04331-3330616
meier@juristische-lehrgaenge.de
www.juristische-lehrgaenge.de

Rechtsanwältin Kathrin Ahrens
Kirchenstraße 15, 22946 Trittau, Tel. 04154-82338
kathrin.ahrens@t-online.de
www.anwalt-ahrens.com

Hier geht es zum Leitfaden:

http://www.referendarrat-hamburg.de/drupal/sites/default/refrat/files/Schwarzer_Faden_2011-05.pdf

Ich hoffe das hilft Euch,

Marcel

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Staatsanwaltliche Aufgabenstellungen im zweiten Staatsexamen

Im 2. Staatsexamen stehen dem Klausurensteller grundsätzlich mehrere Aufgabenstellungen zur Verfügung. Zunächst sind die Klausuren häufig aus staatsanwaltschaftlicher Sicht (also Staatsanwaltliche Aufgabenstellungen), seltener aber immer noch häufig sind Klausuren im zweiten Staatsexamen im Strafrecht aus anwaltlicher Sicht ( Anwaltliche Aufgabenstellungen), weniger häufig sind die Klausurtypen aus richterlicher Sicht (Strafurteilsklausuren). Früher sehr selten, heute allerdings immer wieder Gegenstand von Assessorklausuren sind revisionsrechtliche Aufgabenstellungen. Im mündlichen bildet logischerweise der strafrechtliche Aktenvortrag das Herzstück der Prüfung und bedarf intensiver Vorbereitung.

In der Staatsanwaltlichen Examensklausur wird vom Prüfling erwartet, dass er ein Gutachten erstellt, welches sich in einen materiellrechtlichen und einen prozessualen Teil gliedert.

Im materiellrechtlichen Teil des Gutachtens sollte der Examenskandidat auf die Formulierungen des Klausurstellers achten. So zum Beispiel kann der Bearbeitervermerk nur eine Prüfung eines der Tatbeteiligten vorsehen oder die Prüfung wird auf die Strafbarkeit nach dem Strafgesetzbuch beschränkt. Des weiteren werden hier die Strafverfolgungsvoraussetzungen, also Strafantrag, Verjährung, Strafklageverbrauch und andere Verfolgungsvoraussetzungen abgeprüft. Sodann spielen häufig Beweisfragen eine wichtige Rolle. Im einzelnen muss der Examensprüfling im zweiten Staatsexamen auf Verdachtsgrade, Bewertungen des Beweismaterials und die Beweisverwertung eingehen. In diesem Teil spielen zum Beispiel Beweisverbote, Beweisverwerungsverbote ( Verstoß gegen die Belehrungspflicht des § 136 Abs. 1 Satz 2 StPO und seine Reichweite eine bedeutende Rolle. Daneben sind häufig Fragen um das Verlesungsverbot (§ 252 StPO), die Verwertungsverbote im Zusammenhang mit Durchsuchungen und Telefonüberwachungen, sowie Blutproben eine Rolle. Manches Mal haben diese Verwertungsverbote eine Fernwirkung.

Der Vortrag „Beweisverbote, Beweisverwertungsverbote“ von RA Wolfgang Bohnen ist Bestandteil des Kurses „Strafprozess – Das Ermittlungsverfahren“. Der Vortrag ist dabei in mehrere Kapitel unterteilt.

Das Lernvideo auf Lecturio zum Thema Beweisverbote, etc. Hier entlang!

Am Ende des materiell-rechtlichen Gutachtens sollte dieser Teil des Gutachtens zusammengefasst werden. Sätze wie DEr Beschuldigte A ist nach dem vorstehenden hinreichend verdächtig, … , oder Der Beschuldigte A hat sich nicht wegen der Begehung eines … hinreichend verdächtig gemacht.

Im prozessrechtlichen Teil des Gutachtens stehen zunächst Überlegungen mit Blick auf die Anklageerhebung. Das heißt hier werden sachliche Zuständigkeiten, örtliche Zuständigkeiten sowie Zuständigkeitsfragen bei mehreren Beschuldigten eine wichtige Rolle. Manches Mal spielt hier der Verfall oder die Einziehung eine Rolle oder auch Maßregeln der Besserung und Sicherung, es sollte aber immer darauf geachtet werden, dass der Prüfling im dieser Examensklausur nicht den Fehler macht, diese Punkte so darzustellen als würde die Staatsanwaltschaft die jeweilige Maßnahme anzuordnen oder einen Antrag dieser Anordnung schon mit der Anklageschrift verbinden würde. Um nur ein Beispiel zu nennen, entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis erst im Urteil. Demnach ist also der Schlussvortrag.

Nichtsdestotrotz gibt es Anträge, die mit der schrift zu stellen sind. Hier ist der Antrag auf Erlass eines Haftbefehls oder der Antrag auf Fortdauer der U-haft zu nennen. Sollten also die Voraussetzungen des § 112 StPO vorliegen und die Untersuchungshaft noch nicht angeordnet worden sein, müsste der Examenskandidat, ob die Staatsanwaltschaft mit der Anklage einen solchen Antrag stellen muss. Examenshinweis: Auch hier hat die Staatsanwaltschaft aber nicht die Befungnis, diese selbst anzuordnen!

Im entgegengesetzten Fall können allerdings auch einmal die Voraussetzungen der Uhaft entfallen sein. Auch bei Jugendlichen und Heranwachsenden ergeben sich Besonderheiten. Ebenso bei den Mitteilungspflichten oder bei einer Abgabe an Ordnungsbehörden.

Häufig müssen im prozessualen Teil auch Gedanken zu (Teil-)Einstellung des Verfahrens niedergeschrieben werden. Darin liegt häufig ein Schlüssel. Denn oftmals lässt sich der inhaltliche Umfang der Klausur für den Klausurschreiber so sehr elegant verkürzen. In fast jeder Klausur müssen hierzu zumindest Überlegungen angestellt werden. Deshalb sind die Prüfungsvorbereitungen im Strafrecht für das zweite Examen mit Blick auf den Begriff der prozessualen Tat, die vorläufige und endgültige Einstellung, die Einstellung nach $ 170 Abs. 2 S. 1 StPO aus sachlich rechtlichen Gründen und wegen prozessualen Hindernissen sowie die Teileinstellung und die Verweisung auf den Privatklageweg wichtig. Auch Geringfügigkeit und Teileinstellungen kommen hier in Betracht ebenso wie § 153b StPO, sondern auch Beschränkungen der Strafverfolgung und die Besonderheiten bei Jugendlichen und Heranwachsenden sind hier in der Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen im Bereich Strafrecht nicht unwichtig.

Sollte die Aufgabenstellung den Erlass eines Strafbefehls vorsehen, so finden sich deutliche Hinweise auf das Vorliegen seiner Voraussetzungen.

Das Beschleunigte Verfahren dürfte in Klausuren wohl keine Rolle speilen, da sich aus der meist doch spärlichen Klausurakte nicht die Voraussetzungen von § 417 StPO ergeben dürften.

So dann ist meist die Entschließung der Staatsanwaltschaft zu formulieren. Diese besteht aus einer staatsanwaltichen Abschlussverfügung und meist der Anklageschrift. Hierbei ist daruaf zu achten, dass die Formalia passen, dass die Sprache deutlich zeigt, dass der Verfasser guten Umgang mit der üblichen Wendungen beherrscht. Hier bietet es sich tatsächlich an, Formulierungen zu erlernen, die sich zum Beispiel mit dem Einstellungsteil der Schlussverfügung beschäftigen. Wichtig ist zum Beispiel dass nach § 169a StPO der Abschluss der Ermittlungen vermerkt wird.

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Examenstipp:

Der Vermerk direkt vor dem Anklageteil der staatsanwaltichen zweiten Examensklausur sieht immer ähnlich aus. Anhand einer Durchnummerierten Checkliste können einzelne Textbausteine vorbereitet werden. Diese sollten dann durch genügende Klausurpraxis in Fleisch und Blut übergegehen.

Als Beispiel könnte das so aussehen:

1) Vermerk: Die Ermittlungen sind bzgl. … abgeschlossen.
2) Ankl. nach beiliegendem Entwurf ins Reine übertragen, erforderliche Anzahl an Abschriften fertigen.
3) Abschrift zu den Handakten.
4) Ablichtungen von Blatt … fertigen und zu den Handakten.
5) Mitteilungen …
6) Auskunft aus dem BZR für X. anfordern
7) UmA und Beiakten 888 Js 99/09
dem … Gericht
- z.B. Spruchkörper des Gerichts -
Ort.
unter Bezug auf beiliegende Anklageschrift übersandt.

Manches Mal sollten hier noch die weiteren Anträge (Erlass Haftbefehl, Pflichtverteidiger,etc.) erwähnt werden.

8) Handakte wiedervorlegen in … Wochen, Ort, den …

Unterschrift mit Dienstbezeichung.

Bei einem Antrag auf Strafbefehl erben sich einige Abweichungen.

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Die Anklageschrift sollte einen Anklagesatz ( Kopf der Anklageschrift, Personalien, Zeit und Ort der Tatbegehung, Gestzliche Merkmale der Straftat, eine “Konkretisierung”, die anzuwendenden Strafvorschriften, Strafantrag, Entziehung der Fahrerlaubnis, Einziehung), die Angabe der Beweismittel (Angaben des Angeschuldigten, Zeugen und Sachverständigen, Urkunden und Augenscheinsgegenstände) sowie das wesentliche Ergebnis der Ermittlungen enthalten. Außerdem muss jede Anklageschrift den Antrag das Hauptverfahren zu eröffnen enthalten. Außerdem ist Vorgesehen, die Anordnung oder Fortdauer der Uhaft zu beantragen. In Fällen der notwendigen Pflichtverteidigung ist daran zu denken, ebenso wie an den Antrag auf die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis. Dann folgt die Unterschrift und Dienstbezeichung des Staatsanwaltes.

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Examenstipp:

Klausuren sollte man möglichst regelmäßig klug üben! Das lässt sich mit einem Übungsklausurenplaner einfach verfolgen.

Wie in diesem Blog häufig schon dargestellt, sollten in der Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen möglichst viele Übungsklausuren geschrieben werden.
Zur Effizienten Vorbereitung sollte man sich einen Plan erstellen, welche Klausurtypen man mit welchen Inhalten schreiben möchte. Außerdem sollte man darüber informiert sein, welche Probleme man in jeder Klausur bearbeitet hat.

Wenn man darauf nicht achtet, kann es schnell passieren, dass man einen Klausurtyp viel häufiger als einen anderen verfasst hat. Dann sind Probleme im Examen sind so gut wie vorprogrammiert.

Deshalb rate ich Euch dringend Euer eigenes Klausurentraining aktiv zu planen und zu überwachen und sich ggf. zusätzliche Klausuren ausgewählter Klausurtypen vorzunehmen.

Dazu möchte ich auf meinen Post zweites Examen – Klausurenplaner hinweisen.

Hier noch mal das Video zum Thema Beweiseverbote .

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Übungsklausuren für das 2. Examen klug trainieren – Klausurenplanung 2. Examen

In der Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen ist es unerlässlich, Übungsklausuren zu schreiben; je mehr desto besser. Da das aber auch viel Zeit kostet, ist es wichtig, dass Klausurentraining so effizient wie möglich zu gestalten.

Man muss jeden Klausurtyp ausgewogen trainieren, um nicht am Ende viel zu viel Zeit auf einen oder zwei „Lieblingsklausurtypen“ verschwendet zu haben und gleichzeitig mit Defiziten in anderen Klausurtypen dazustehen. Leider ist auch die Klausurtypenverteilung in den Klausurenkursen oft suboptimal. Wenn man dann noch an den falschen Tagen fehlt, kann es schnell passieren, dass man einen Klausurtyp 10 mal einen anderen nur 1 mal geübt hat.

Probleme im Examen sind so vorprogrammiert.

Deshalb darf man nicht blind schreiben, was einem vorgesetzt wird, sondern muss sein eigenes Klausurentraining aktiv planen und überwachen und sich ggf. zusätzliche Klausuren ausgewählter Klausurtypen beschaffen.
Um diesen Planungs- und Überwachungsprozess so einfach wie möglich zu machen, hatte ein Freund von mir die Idee, einen Übungsklausurenplaner zweites Staatsexamen für Excel speziell für das zweite juristische Staatsexamen zu erstellen. Dort wählt man einfach für jeden Klausurtyp aus, wie oft man ihn üben will und trägt jede geschriebene Übungsklausur in den Planer ein. Das Tool errechnet dann automatisch, wie viele Klausuren einem von jedem Typ noch fehlen, wie viele man insgesamt schon geschrieben hat und wie viele man insgesamt noch schreiben muss. Die Ergebnisse werden mit einem Ampelsystem und mit Hilfe von Diagrammen visualisiert. Auf diese Weise behält man den Überblick. Außerdem spornt der Planer einen an, jeden Klausurentyp in den grünen Bereich zu bekommen!

Weitere Infos und den (kostenlosen) Planer gibt es hier. Ich kann den Download hier nur empfehlen!

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Prüfungsprotokolle mündliche Prüfung – Zweites Staatsexamen

In den meisten Bundesländern gibt es die Möglichkeit einen Protokollservices für die mündliche Prüfung und der Prüfer in Anspruch zu nehmen. Teilweise sind diese Protokolle kostenlos beim Referendarrat erhältlich, teilweise gibt es externe kostenpflichtige Anbieter. Allen ist gemein, dass der Prüfling die Portogebühren tragen muss und außerdem ein relativ hoher Pfandbetrag hinterlegt werden muss. Damit soll sichergestellt werden, dass die Prüflinge wiederum ihr eigenes Protokoll von der Prüfung fertigen. Manche Anbieter verlangen, dass man die Daten seiner Ladung eingibt.

Manche der Protokolle werden schon seit über 50 Jahren geführt. Im Glücksfall eines schon sehr lange aktiven Prüfers, erhält man so auch meist sehr viele ältere Prüfungsprotokolle. In solchen Fällen lohnt sich dieser Service fast immer.

Natürlich sollte man darauf achten, dass die Protokolle der Prüfer auf einem neueren Stand sind. Das ist aber nicht ganz so wichtig, da es meist mehr darauf ankommt, die Protokolle nach typischen Einstiegen oder Macken des Prüfers zu durchforsten. Wenn sich dabei rausstellt, dass der Prüfer häufiger mal mit aktuellen Themen einsteigt oder ein bestimmter Bereich quasi das Steckenpferd darstellt, dann ist diese Information sicherlich wertvoller als diejenige, dass der Prüfer bisher in jeder Prüfung eine neue Aufgabe gestellt hat. Wichtig ist außerdem, dass die Prüfungsprotokolle vom jeweiligen Prüfling erstellt wurde und deshalb zumeist dessen ganz persönliche Situation wieder gibt.

Interessant fand ich außerdem die meist kurzen Fälle als Wiederholung einer Prüfung zu nutzen und diese in meiner Gruppe schon vorher einmal durch zu diskutieren.

Den Kontakt zu den anderen Prüflingen zu suchen und möglichst vorher schon einmal den Aktenvortrag sowie eine simulierte mündliche Prüfung durch zu spielen, hat mir sehr viel gebracht.

Am Ende kann ich nur jedem empfehlen, diese Protokolle anzufordern. Leider ist hier jeder Euro ziemlich gut investiert, womit ich sagen will, dass es ärgerlich ist, dass dieser Service insbesondere von den externen Anbietern sehr oft zu hohen Gebühren angeboten wird und die Abwicklung teilweise unverschämt läuft. Trotzdem bleibt dem Prüfling im zweiten Examen kaum eine andere Möglichkeit, als zu versuchen diese Protokolle zu bekommen.

In diesem Sinne lohnt es sich also trotzdem.

Letztlich habe ich auch schon von Prüflingen insbesondere aus den nördlichen Bundesländern gehört, dass dort jeweils nur ein Prüfling die Protokolle bestellt und diese dann mit den anderen besprochen wurden. Das soll nicht nur das Porto sparen, sondern sollen sich die Prüflinge auch das fertigen der eignen Protokolle aufgeteilt haben.

Eine Übersicht über die mir bekannten Protokollservices:

http://www.juristische-lehrgaenge.de/

http://www.rechtsreferendare-duesseldorf.de/pruefungsprotokolle-zweites-staatsexamen-nrw/

http://www.juridicus.de/pruefungsprotokolle

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Kostenpunkt – Examensliteratur – Was gibt man so für die Bücher im 2. Examen aus?

Dieser Post beschäftigt sich mit den Kosten für Examensliteratur im zweiten juristischen Staatsexamen. Diese sind nicht unerheblich und es lassen sich öfter mal durch die Verwendung von gebrauchten Bücher erhebliche Kosten sparen.

Die aktuellen Marktpreise für gebrauchte Bücher lassen sich natürlich auf Amazon nachschauen, aber ich habe hier trotzdem mal versucht anhand von einer Liste, welche ich per Email erhalten habe zu ermitteln, was man so im Durchschnitt für die Literatur ausgeben muss.

Die Kommentare kosten neu ca. 335 Euro. Gebrauchte Kommentare kann man etwa für ca. 160 Euro bekommen. also für weniger als die Hälfte. Oftmals liegt man allerdings mit Vorauflagen noch deutlich darunter. Mein Tipp: Kauft Euch zur Vorbereitung für das Examen lieber eine Vorauflage und leiht Euch im Examen die Koffer aus. Sollten in Eurem Bundesland Kommentierungen erlaubt sein, so würde ich mir ca. 1 Jahr vor dem Examen alle Kommentare anschaffen und darin dann alles Markieren, was Ihr braucht. Die Ersparnis durch Examenskoffer, etc. rechnet sich meiner Meinung nach 0,00, wenn Euch eine Kommentierung an nur einem § die schnelle(!) Lösung für ein Problem bringt.

Hier trotzdem die Preisübersicht als Orientierung für Kommentare:

  • Kopp/Ramsauer, VwVfG, in der 12. Auflage muss man mit ca. 38 – 42 Euro rechnen (bei Amazon aktuell: 59 Euro);
  • Meyer-Gossner, StPO, 54. Auflage, Preisspanne: 38 – 42 Euro (die neuste Auflage kostet ca. 78 Euro) – Neuauflage erscheint im Juni 2012;
  • Fischer, StGB, 58. Auflage (Vorauflage) Preisspanne: 30 -38 Euro (die aktuelle Auflage kostet 78 Euro)
  • Kopp/Schenke, VwGO, 17. Auflage (Vorauflage) Preisspanne: 23 – 25 Euro (die aktuelle Auflage kostet 62 Euro)
  • Thomas/Putzo, ZPO, 32. Auflage (Vorauflage) Preisspanne: 23 – 27 Euro (die aktuelle Auflage kostet 58 Euro)

Lehrbücher, etc.

Für Lehrbücher gilt anders als bei Kommentaren, dass sich gerade der Kauf von gebrauchten Büchern lohnt. Ich habe zum Beispiel glücklicherweise die Bücher von einem Spitzenkandidaten übernommen und durch seine Notizen wurde ich schlau(!). An manchen Stellen waren die Gebrauchsspuren für mich richtig hilfreich. Erstens konnte ich sehen, was wohl häufiger bearbeitet wurde und was nicht und zweitens war am Rand quasi immer etwas wichtiges kommentiert. Das heißt für mich gebrauchte Lehrbücher lohnen sich richtig. Und das beste war, dass ich den Typ immer noch mit Fragen zu seinen Kommentaren genervt habe, weil ich ja wusste von wem ich das Buch erstanden hatte :-) .

Preislich lohnt sich das Ganze ebenfalls, weshalb ich nur sagen kann, gebrauchte Lehrbücher finde ich das beste was es gibt und die Neuanschaffung lohnt sich gar nicht bis kaum. Hier die Preisübersicht: (neu ca. 170, gebraucht ca. 120 Euro)

  • Lippross, Vollstreckungsrecht, 10. Aufl. 2011, Preisspanne: 17 – 21 Euro (aktuelle Auflage im Buchhandel: 25 Euro);
  • Anders/Gehle, Das Assessorexamen im Zivilrecht, 10. Aufl. 2010, Preisspanne: 24 – 28 Euro (aktuelle Auflage, brandneu: 39 Euro)
  • Zimmermann, ZPO-Fallrepetitorium, 8. Aufl. 2010 29 – 21 Euro (in der aktuellen Auflage: 30 Euro)
  • Budde-Hermann/Schöneberg, Kurzvortrag im Assessorexamen Zivilrecht, 6. Aufl. 2009,  Preisspanne 4 – 9 Euro
  • Jäckel, Der zivilrechtliche Aktenvortrag im Assessorexamen, 2. Aufl. 2010, Preisspanne:  3 – 6 Euro
  • Klünder/Schultze/Selent, Das mündliche Staatsexamen in 50 Fällen Zivilrecht, 3. Aufl. 2011, , Preisspanne:  6 – 8 Euro (Neu: 12 Euro)
  • Schultze/Zimdars, Das mündliche Staatsexamen in 44 Fällen Strafrecht, 2. Aufl. 2011, gebraucht für ca. 7-10 Euro (aktuelle Auflage: 12 Euro)
  • Knöringer, Die Assessorklausur im Zivilprozess, 12. Aufl. 2008, Preisspanne: 5-9 Euro
  • Kurpat, Einführung in die Urteilstechnik, in der 6. Aufl. 2010 kostet das Ding: ca.  4-6 Euro
  • Russack, Die Revision in der strafrechtlichen Assessorklausur, 6. Aufl. 2010,  Preisspanne: ab 4 – 6,5 Euro
  • Alpmann/Schmidt, ZPO, 17. Aufl. 2010, Preisspanne: ca. 5 Euro
  • Hemmer Shorties 2/I (Besonderes Schuldrecht), 4. Aufl. 2011 – 14 – 16 Euro (in der aktuelle Auflage: 22 Euro)

Für die Kaiserskripte gilt ähnliches und manche der Skripte wurden sogar nach dem Examen zu meiner Zeit bei Ebay für bis zu 150 Euro gehandelt. Das gilt heute so nicht mehr. Aber die Anschaffung der gebrauchten Skripte lohnt sich nur dann, wenn man später die im Kurs ausgegebenen Exemplare verkauft. Denn sonst hat man alles doppelt. Das war der Grund für mich, die Kaiserseminare schon so früh wie möglich zu buchen, denn dann brauchte ich die Skripte nicht extra anschaffen. Am Ende hat sich das frühe buchen richtig ausgezahlt, weil mir eigentlich in den Stationen nichts klar war und im Repetitorium sofort klar wurde, worauf es im zweiten Examen ankommt. Hier rate ich also eher zu dem Besuch der Kurse aber die Preise will ich Euch nicht vorenthalten:

Gebraucht kosten die Bücher ca. 60 Euro. Neu zahlt man im Buchladen eher 180 Euro.

  • Materielles Zivilrecht im Assessorexamen, 4. Aufl. : 4 -6 Euro (mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller!)
  • Die Staatsanwaltsklausur im Assessorexamen, 1. Aufl. (mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller: 5-10 Euro) ohne Anmerkungen nicht allzu viel wert: 3-6 Euro.
  • Die öffentlich-rechtliche Klausur im Assessorexamen, 1. Aufl. – 12 Euro (Neupreis 23,90 Euro), mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller.
  • Materielles Öffentliches Recht im Assessorexamen, 1. Aufl (ohne Markierungen) – 10 – 13 Euro (aktuelle Auflage, neu 22,90 Euro)
  • Die Anwaltsklausur Zivilrecht, 3. Aufl. 2010 , 4-7 Euro (mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller)
  • Die Zwangsvollstreckungsklausur im Assessorexamen, 3. Aufl. 2010,  4-8 Euro (mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller, insbesondere die heißen Urteile beachten)
  • Die Zivilgerichtsklausur im Assessorexamen, Band I, 4. Aufl. 2010  ca. 5 Euro(mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller, insbesondere die heißen Urteile beachten)
  • Die Zivilgerichtsklausur im Assessorexamen, Band II, 2. Aufl. 2011;  ca 9 – 11 Euro (aktuelle Auflage, wird in den Kursen nicht verteilt, Neupreis: 17 Euro); mit Anmerkungen aus dem Kurs etwas wertvoller, insbesondere die heißen Urteile beachten.

Soviel von der Examensliteratur-Front.

Viel Erfolg und ja, ich habe die Bücher dieses Mal nicht alle bei Amazon verlinkt, weil mir das zu aufwendig ist. Ihr findet die meisten Bücher inklusive der Links hier:

http://www.zweites-staatsexamen.com/?page_id=104

Marcel

P.S.: Merkt Euch also meinen Examens-Tipp: Gebrauchte Lehrücher und die Anmerkungen eines Vorbesitzers der im zweiten Examen sehr gut war, können für Euch goldwert sein und sie sind meistens viel günstiger zu haben. Das gilt aber nicht für die Examenskommentare. Dort können Anmerkungen der Vorbesitzer zum Stolperstein werden, wenn diese das erlaubte Maß überschreiten und man evtl. wegen Betrugsversuch Probleme bekommt. Hier lohnt sich meist die rechtzeitige Neubeschaffung.

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2. Examen und Alpmann Schmidt

Sucht man im Netz nach dem vom ersten Staatsexamen bekannten Repetitor Alpmann-Schmidt, so findet man in Hamburg keine Kurse für das zweite Staatsexamen.

Lediglich Online auf www.alpmann-schmidt.de finden sich einige Hinweise auf Skripte und Fälle fürs 2. Examen.

Deshalb braucht Ihr danach gar nicht lange online suchen. Auch die Zweigniederlassungen lassen sich auf der Alpmann Schmidt Seite nur sehr schwer bis gar nicht finden.

Nutzerfreundlichkeit sieht definitiv anders aus.

Das wars von mir, weil hier immer so viele Anfragen kommen, warum wir AS als Rep nicht erwähnen.

 

Viele Grüße,

Marcel

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Referendariat in Hamburg – Der rote Leitfaden des Personalrats

Unter folgendem Link:

http://www.referendarrat-hamburg.de/leitfaeden/Roter_Faden.pdf

finden sich die wichtigsten Informationen rund um das Referendariat in Hamburg. Die Vorbereitung für das zweite Examen nimmt Euch dieser Leitfaden zwar nicht ab, aber dennoch fasst er ähnlich dem Leitfaden in Schleswig Holstein das wichtigste zum Alltagsablauf des Referendariats in Hamburg zusammen.

Der Leitfaden ist so strukturiert:

A. Das Wichtigste für das Rechtsreferndariat in Hamburg in Kürze – Ein paar Sätze vorab.

Eine kurze Einführung bevor es an das eingemachte geht.

B. Die Referendarsausbildung (Jura) im Überblick
I. Stationsausbildung bis zum zweiten Examen
1. Die Strafstation im Rechtsreferendariat
2. Die Zivilstation im Rechtsreferendariat
3. Verwaltungsstation im juristischen Referendariat
4. Die Rechtsanwaltsstation für Rechtsreferendare
5. Die Wahlstation I für Juristen mit erstem Examen
6. Die Wahlstation II
7. Wahl eines Schwerpunktbereiches im Zweiten Examen
8. Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer / Verwaltungspraktikum bei der Europäischen Kommission
9. Steuerfachanwaltskurs Detmold
10. Auswahl der Stationen
II. Gastreferendariat
III. Arbeitsgemeinschaften während des Referendariats
1. Pflicht-Arbeitsgemeinschaften für das zweite Examen
2. Wahlpflicht-Arbeitsgemeinschaft als Vorbereitung des 2. Examens
3. Freiwillige Arbeitsgemeinschaften im 2. Staatsexamen
IV. Klausurenkurse als Vorbereitung für das zweite Examen in HH
V. Noten und Zeugnisse
VI. Verbesserungsversuch für das Zweite Staatsexamen in Hamburg
VII. Nebenstudium (was kann ich nebenbei noch machen?)
VIII. Nebentätigkeit (Darf ich neben dem Referendariat arbeiten?)
IX. Hinweis für die mündliche Prüfung im zweiten Staatsexamen
X. Praktische Tipps für das zweite Examen

C. Euer Personalrat als Vertreter aller Referendare in Hamburg
I. Allgemeines
II. Unser Service
III. Interessenvertretung

D. Soziales
I. Unterhaltsbeihilfe während des Referendariats
II. Ansprüche auf Sozialleistungen während der Ausbildung
III. HVV-Jahresabo im Rechtsreferendariat in Hamburg
IV. Sonstige Vergünstigungen für Referendare
V. Der Erholungsurlaub während des Refs
VI. Sonderurlaub im Ref.
VII. Krankmeldung / Stationsverlängerung vor dem zweiten Examen
VIII. Kranken- und Pflegeversicherung im Rechtsreferndariat
IX. Rentenversicherung und zweites Staatsexamen
X. Arbeitslosenversicherung in den Stationen und dannach
XI. Private Haftpflichtversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung
XII. Steuern zahlen während des Refs
XIII. Schwangerschaft und Kinder / Geht das gut?

E. Zum Schluss: Kurzer Leitfaden zur Planung des Referendariats
I. Infos und Tipps zu den Stationen
II. AGs als Vorbereitung für das Examen
III. Übungsklausuren für das Examen

In diesem Leitfaden findet Ihr alles rund um die Ansprechpartner im Prüfungsamt, als auch die Anmeldung, die juristischen Grundlagen, etc.

Es werden sehr hilfreiche Tipps gegeben und ich denke vor dem Referendariatsbeginn in Hamburg sollte man diesen Leitfaden eigentlich gelesen haben.

Besonders gut finde ich den Abschnitt zur Bezahlung während der Rechtsanwaltsstation:

Es wird empfohlen, eine klare Abmachungen mit der Kanzlei zu treffen. Derzeit werden in Hamburg für eine Vollzeittätigkeit ca. 250,- bis 750,- Euro im Monat zusätzlich vergütet. Allerdings ist bei manchen Kanzleien der Zusatzverdienst deutlich höher.

Dies hängt wohl stark mit der Größe der Kanzleien und deren Rechtsgebiet ab. (Klar: Wirtschaftsrechts- und Steuerrechtskanzleien zahlen wie so oft am besten).
Gemäß § 3 UnterhaltsbeihilfenVO muss allerdings das 500 Euro übersteigende Entgelt zur Hälfte auf die Unterhaltsbeihilfe angerechnet werden.

Kennt Ihr andere solcher Leitfäden für das zweite Staatsexamen?

Immer her mit Euren Tipps…

M.

Hier geht es zum Leitfaden:

http://www.referendarrat-hamburg.de/leitfaeden/Roter_Faden.pdf

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Examenskandidatin im Interview – Examenstipps für das Referendariat

Liebe Referendare, liebe Examenskandidaten, liebe Kollegen,

neulich hat eine Bekannte Ihr 2. Staatsexamen mit beeindruckendem Ergebnis beendet. Aufgrund dessen, dass Ihr Abschneiden in den Klausuren für das 2. Examen überdurchschnittlich gut war, habe ich Sie kurz interviewt und will Euch die Ergebnisse nicht vor enthalten.

Sie meint, dass Ihre ”Klausurtips” vielleicht nicht die aller zielführensten seien, weil sie sehr wenig gearbeitet und noch weniger Klausuren geschrieben habe. Anstatt dessen wählte Sie lieber “interessante” Referendarsstationen. Das Examen lief also insgesamt nach der Mini-Max-Methode

Hier aber unsere Fragen zum zweiten Staatsexamen und Ihre Antworten:

Welche Literatur hälst Du für unverzichtbar? Welches Seminar? Welchen Dozenten? Was hast Du gemacht, um die aktuelle Rspr. Zu verfolgen? Zeitschriften? Online Videos?

Ich habe habe vier Monate vor dem Examen angefangen, Kaiser Seminare in Lübeck zu besuchen (Zivilrecht und Öff-Recht) und die dazu gehörigen Skripte

durchgearbeitet. Wenn man das Zeug tatsächlich alles kann, reicht das meiner Meinung nach. Zwischen einmal lesen und “richtig können” liegt allerdings die halbe Welt. V.a. die “materiellen” Skripten sind z.T. sehr knapp. Wenn man mit einem Satz nichts anfangen kann, muss man nacharbeiten… M.E. taugen die Skripten als check sehr gut. Für Respr. habe ich RÜ durchgeblättert und die Kaiser Rechtsprechungsübersichten überblicksmäßig angeschaut. Hat für meine Klausuren überhaupt nichts gebracht, beruhigt aber das Gewissen. Ich habe v.a. vor dem Mündlichen Legal Tribune gelesen und “nachgedacht” und ein Jahr lang den “beck-online Newsletter“, den ich sehr empfehlen kann.

Was waren für Dich die wichtigsten Internetquellen? Referendarrat?

Weitere Internetquellen als die oben genannten habe ich nicht benutzt, da m.E. nicht zuverlässig genug. Foren halte ich für Zeitverschwendung, da dort häufig nur panische Menschen schlechte Tipps verbreiten.

Empfiehlst Du einen Eintritt in den DAV weil man dann die Kommentare günstiger bekommt?

Ich habe das damals nicht erwogen. Meine Rechnung war, dass ich die Kommentare selbst kaufe und dann zeitnah wieder verkaufe, solange sie noch aktuell sind. Das hätte gut mit ca. 100 EUR Verlust (= Mietkosten) funktioniert, wenn ich nicht zu faul gewesen wäre, den Verkauf dann tatsächlich zu machen…

Die Prüfung selbst: was hast du gegessen? Um dich fitt zu halten? Wie hast Du die Zeit in den Klausuren eingeteilt? Gibt es einen Stift der besonders gut schreibt?

Ich habe für das 2. Staatsexamen und die Klausuren meinen alten und gutbewährten Füllfederhalter mit blauer Tinte benutzt, weil da meine Schrift dann auch in Eile noch gut aussieht und ich keinerlei Druck auf die Patrone zum Schreiben ausüben musste. Für die Klausuren habe ich VOLTAREN Schmerzgel mitgenommen und nach jeder Klausur kurze Handmassage mit der Salbe gemacht, um die Handschmerzen loszuwerden und Entzündungen vorzubeugen. Ich habe in den Klausuren kaum gegessen, aber immer einen Schokomüsliriegel und eine 0,2l Wasserflasche dabei gehabt. Ohropax Soft waren wichtig für mich. In den Klausuren habe ich Wert darauf gelegt, die Aufgabenstellung genau zu lesen und eine kurze Skizze zu machen. Ich habe von den acht Klausuren sechs “von hinten” zu Ende geschrieben, damit “das Ende” ordentlich war. Das hat gut funktioniert. Vor der mündlichen Prüfung habe ich einige Aktenvorträge im allg. Aktenvortragskurs geübt und dort die Prüfer wirklich mit Verbesserungsnachfragen belästigt (inhaltlicher und vortragstechnischer). Vor der mündlichen Prüfung habe ich meinem Vorsitzenden gesagt, dass ich ins VB will. Der Aktenvortrag im Zivilrecht war der beste Teil meiner Prüfung.

Gibt es Sachen oder Dinge, die Du für Blödsinn hälst? Beck Akademie? Kaiser? Hemmer? Sonstiges?

M.M. nach sollte man sich auf eine Vorbereitungsmethode konzentrieren und nicht versuchen, so viel wie möglich / alles zu lesen. Wenn man gut mit einem Skript arbeitet, dann reicht eine Methode aus. Einen wichtigen Tipp fand ich, die Klausuren, die man schreibt auch tatsächlich ordentlich nachzuarbeiten, auch wenn das Zeit kostet. V.a. da ich insgesamt nur ca. 20 Klausuren geschrieben habe. Ich habe allerdings für so ziemlich alle aktuellen Kaiserklausuren Lösungsskizzen gemacht und dann die “offiziellen” Lösungen gelesen und “nachgedacht”.

Welche Stationen empfiehlst Du? Tauchstation? Vollgas?

Ich habe nette Stationen gemacht und hatte eine sehr gemütliche Wahlstation. Jeder wie er will.

Jobeinstieg, schwierig? Warst du im Ausland? Speyer? 

Speyer geht, wenn man die Stationen “richtig” plant. Ich war in den Referendarstationen für das zweite Examen in Hamburg (HH), Berlin, München und in der Wahlstation in Neuseeland.

Wie hast Du Deinen Urlaub verteilt?

Ich habe in der Zivilstation 3 Wochen zeitgleich mit meinen Richter Urlaub genommen und zwei Wochen in der Wahlstation in Neuseeland. Die Wahlstation in Neuseeland war sowieso wie “Urlaub”…

Braucht man Relationen?

Ich habe ein paar Relationen in der Zivilstation gemacht; in der Klausur genügt es, m.E., wenn man sich “nur” die streitigen Punkte aufschreibt, da das meiste unstrittig ist. Also keine “echte” Relation nötig m.E.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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Zivilprozessrecht – Literaturempfehlungen, ZPO fürs Zweite – Hemmer oder Kaiser? – Eine Lesermeinung

Zivilprozessrecht im 2. Examen - Literaturempfehlung für das 2. juristische Staatsexamen im Bereich der ZPO

Eine Literaturempfehlung für das Zivilprozessrecht im 2. Examen ist gar nicht so einfach.

Das Hauptproblem im zweiten Examen in der Zivilprozessklausur ist die Umsetzung von abstraktem Wissen, das man sich irgendwo angelesen hat, im praktischen Fall. Ich habe zwar so ziemlich jedes Buch für das Zivilprozessrecht gelesen:

Aber in den Klausuren habe ich bisher kaum Wiedererkennungswert.

Am besten gefällt mir da fast noch:

Vor dem Referendariat habe ich mal den alten Atzler-Kurs zur Relation aus drei Teilen:

durchgearbeitet.

Unter dem Thema: “Wie bereite ich mich richtig auf die praktische Arbeit im Assessorexamen vor” beschreibt Paul Atzler in einem 3-teiligen Lehrbuch die Relationstechnik. Leider kann man diese Bücher aber nur noch antiquarisch bekommen.

Im Bereich der Zeitschriften, die ich für das 2. juristische Examen im Zivilprozess empfehlen kann, meine neuste These:

Jeder Referendar sollte die  RÜ (Rechtsprechungsübersicht) 1990 – 2006 auf CD-ROM lesen. Die aktuellen Fälle in der RÜ für das 2. Staatsexamen (die z.T. bei Kaiser besprochen werden) sind dort knochentrocken im Klausuraufbau präsentiert. Besser als Juristische Schulung (JuS) rel=”nofollow”und Life&Law ist das allemal. Das Durcharbeiten der NRW-Aktenvorträge im Internet bringt auch erstaunlich viel, finde ich – quasi als “Klausur light”.

Generell bin ich kein Lesetyp. Ich bin mehr audio-visuell veranlagt.

Was ich deshalb häufig gehört und gesehen habe und auch für relativ effektiv halte, ist das Zeug auf Lecturio . Den Zwangsvollstreckungskurs von Banke habe ich vielleicht 6-7 mal gesehen.

Hier unten habe ich einmal versucht einen Lecturio – Kurs und ein Video von Lecturio zum Thema Vorbereitung und Lerntechniken einzubetten. Am besten schaut Ihr selbst einmal, ob das vielleicht auch etwas für Eure Examensvorbereitung ist. In diesem speziellen Vortrag fällt der Dialekt des Vortragenden auf :-) … Seht selbst:

Lernen und Lerntechniken für Juristen – Einführung

Das materielle Recht bei Montag finde ich auch ganz gut. Bohnen macht z.B. im Strafrecht den kompletten Fischer durch. Da ist gefühlt jedes einzelne Problem angesprochen. So sieht bislang meine Vorbereitung aus. Ich bin zwar schon sehr lange dran, aber ich habe irgendwie nur auf Grundlagenbasis gearbeitet.

Ein Vergleich der Repetitoren Hemmer und Kaiser als Vorbereitung für das zweite juristische Staatsexamen:

Bei Hemmer werden viele Übersichten abgearbeitet. Das ist einfach sehr viel Stoff, Stoff und mehr Stoff. Diese sind nach den Kapiteln, wie im Knöringer geordnet. Bei Kaiser war das jedenfalls für die ZPO anders.

 

Wenn es Euch interessiert, kann ich mal was dazu schreiben, wenn ich etwas Zeit habe – frühestens Mitte nächster Woche.

Letztlich muss aber wohl jeder für sich entscheiden, was er bevorzugt und welcher Lerntyp man ist.

Hoffentlich hilft Euch meine persönliche Meinung weiter,

M.

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Kaiser Seminare in Frankfurt am Main – Review

Kaiser Seminare finden seit dem 04.02.2012 nun auch in Frankfurt am Main statt. Damit sind die Kaiser Seminare Lübeck und Dortmund nun auch in Frankfurt möglich.

Der Kursraum in Frankfurt liegt zentral, ist aber nur auf ca. 60 Teilnehmer ausgelegt. Mit anderen Worten, es kann bei 80 Leuten – so viele waren es diesmal – ein wenig eng werden. Wer einen Raum kennt, der riesengroß und spottbillig ist, der soll sich bei Kaiser melden …

Zur Premiere ging es mit der Zwangsvollstreckung und Jan Kaiser los. Der Dozent kommt dynamisch, rotzfrech und direkt rüber und hat ein unbestreitbares Talent für Kabarett. Man fragt sich unbewusst, wie es wohl bei den Kaisers zuhause zugegangen ist. Jan Kaiser versteht es jedenfalls perfekt, den Kurs durch Gags und Anekdoten aufzulockern und die Leute auch gegen Ende des jeweiligen Tages, wenn bereits alle in den Seilen hängen, noch einigermaßen bei Laune zu halten. Über eines muss man sich klar sein: So ein Crashkurs ist letztlich eine Konditionsfrage.

Didaktisch basiert das Seminar auf einer Powerpoint-Präsentation. Bei der Darstellung bedient sich der Dozent einer bunten Bildersprache und – als kleine Anleihe bei NLP – einer Körpersprache, die durch typische Bewegungen, bestimmte Konstellationen abbildet. Das klingt vielleicht etwas komisch, aber wer noch den alten Robert Lembke kennt (“machen sie mal eine typische Handbewegung”), der weiß, wovon ich rede. Die Form der Stoffvermittlung lässt jedenfalls, zumindest nach meinem Gefühl, wenig zu wünschen übrig.

Negativ bzw. indifferent anzumerken wäre vielleicht, dass er ab und zu, mehr oder weniger offen, Werbung für die anderen Seminare macht, unter anderem auch für das ZPO Seminar bei Tekin Polat, den ich bereits aus Dortmund kenne und zwar sehr sympathisch, inhaltlich jedoch nicht ganz so prickelnd fand. Es wird auch mehrmals darauf hingewiesen, dass nun im Kurs etwas komme, was nicht im Skript zu finden sei und insoweit gezielt ein Anreiz zum Besuch der Präsenzkurse
geschaffen werde. Damit soll wohl das bekannte Gerücht bekämpft werden, man bekäme bei Kaiser hauptsächlich das Skript vorgetragen. Auf der einen Seite ist es sicherlich schön, streng geheime Sonderinfos zu erhalten, auf der anderen Seite wird natürlich das nagende Gefühl erzeugt, etwas zu verpassen, wenn man nicht gleich alle Seminare bucht.

Inhaltlich wird der Schwerpunkt des Kurses durch die statistische Häufigkeit der Rechtsbehelfe im zweiten Examen bestimmt.

Das heißt, die Vollstreckungsgegenklage kam über die letzten 15 Jahre extrem häufig dran, folglich steht sie auch im Vordergrund des Kurses und bildet den Stoff für den Samstag. Das Highlight ist dabei die notarielle Unterwerfungserklärung, welche im zweiten juristischen Staatsexamen ebenfalls öfter vorkommt und die einem am Ende der Veranstaltung wie ein guter alter Bekannter – der UWE – vorkommt.

Am Sonntag folgen dann im Kaiserseminar:

  • die Drittwiderspruchsklage,
  • die Einziehungsklage und
  • der “Klausurtyp 3″.

Unter Klausurtyp 3 verstehen die Kaisers Schadensersatzansprüche nach beendeter Zwangsvollstreckung.

Um den Kurs zu entschlacken, wird jeweils bezüglich der technischen Fragen wie Rubrum und Tenor auf das Skript verwiesen.

Vergleiche zu anderen Repetitorien:

Wenn man Vergleiche zu anderen Repetitorien ziehen möchte, dann zeigt das Konzept am ehesten Übereinstimmungen zur Alpmann-Schmidt Methode: Man macht zunächst das Grundgerüst und klappert dann die statistisch häufigsten Examensprobleme ab. Dazu gibt es bei Kaiser auch die typischen Hinweise, was aktuell aus Expertensicht und aus einer Analyse von aktuellen Entscheidungen, die “heißesten Themen” für die Klausuren sein könnten. Gerüchten zufolge, soll die Trefferquote bei Klausuren und Aktenvorträgen insbesondere mit Blick auf die aktuelle höchstrichterlichen Entscheidungen ziemlich hoch sein ;) .

Fazit:

Das Kaiserseminar für die Zwangsvollstreckungsklausur im zweiten Staatsexamen ist kurzweilig, lustig, anstrengend und man wird in Grenzbereichen sicherlich auch ein wenig überfordert, aber es bringt was. Nicht zuletzt bekommt man einen realistischen Eindruck davon, was aktuell im zweiten Examen von den Prüfungsämtern erwartet wird. Man sollte nicht erwarten, dass man nach dem Kurs das Zwangsvollstreckungsrecht für das zweite Staatsexamen in allen Facetten beherrscht. Man wird jedoch definitiv wissen, wo die Schwerpunkte für das Examen und für die eigene Nacharbeit zu setzen sind.

Insgesamt wünschen wir Euch viel Erfolg für die Examensvorbereitung und Bedanken uns bei Markus für diesen Bericht,

Euer Team.

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